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Hugh Lorenz.
Denk - und Schreibmaschine.

5. August 2019: 70 Jahre ... und zumindest alltagstauglich weise!

Für Menschen, die letztendlich vom Geistigen leben, ist die Bescheidenheit am allerinteressantesten. Wenn man einen gewissen Überblick über die Zusammenhänge
 des Ganzen hat, ist das, was notwendig wird als nächster Schritt auch immer das
Spannendste. Das ist Lebensqualität. Wer daran nicht teilhat, ist unzufrieden
und unglücklich, auch wenn er Millionär ist.

Joseph Beuys , im SPIEGEL Nr. 23/84

Zuletzt aktualisiert: 05.09.2019 (Home)

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Willkommen auf meiner Webseite und in meiner Welt
In der zweiten Septemberwoche erscheint Band 1 meiner Sammlung von Essays zu Fragen der Politik, der Wirtschaft, den Religionen und dem Alltagsleben. Titel: «Ich bin für die Vögel, nicht für die Käfige!», lieferbar über AMAZON als gedrucktes Werk und als Ebook.

coverbildvoegelkaefigeGrößtenteils aus meinem Archiv der letzten zehn, fünfzehn Jahre gekramt. Aktueller denn je sind dabei jedoch z.B. meine Beobachtungen zu den erschreckenden Wirkungen des Turbokapitalismus («Kapitalismus, eine kognitive Dissonanz? Gedanken über ein gescheitertes Modell»), zu den menschenverachtenden Auswirkungen gefährlicher, israelischer Überheblichkeit («Der Fall Israel und die Rassismus- und Antisemitismuslüge – ein offener Brief an unseren Innenminister») und den Alltagsproblemen von all jenen in der Arbeitswelt, die dafür sorgen, daß sich die Räder drehen, die aber dafür mit ihrer Gesundheit bezahlen müssen (z.B. «Neues vom Klimawandel – über Unternehmer und Unterlasser» und «Burnout, Streß und Hektik -über die Unmöglichkeit, 2019 ein normales leben zu führen»).

Teilweise sind diese Beiträge schon jetzt in meinem Blog zu lesen: webloglorenz.de.

Mit siebzig Jahren ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen zur Frage, warum es unserer europäischen und vor allem unserer deutschen Gemeinschaft nicht gelungen ist, trotz unvorstellbarem Luxus, trotz überbordendem Konsum, trotz höchster Sicherheit im Alltag und einem Leben, dessen Sorgenfreiheit verglichen mit dem der Generationen vor uns atemberaubend ist, in Frieden und Harmonie zusammenzuleben.

Als kritischer Wissenschaftler fand ich viele Antworten auf diese Frage, ernüchternde zumeist. Zum Beispiel bei Hermann Broch:

„Jeder Mensch ist Mittelpunkt der Welt, um jeden scheint sie sich willig zu drehen, und jeder Mensch und jedes Menschen Lebenstag ist der End- und Höhepunkt der Weltgeschichte. Hinter ihm die Jahrtausende und Völker sind abgewelkt und dahingesunken, und vor ihm ist nichts, einzig der Augenblick. Dem Scheitelpunkt der Gegenwart scheint der ganze riesige Apparat der Weltgeschichte zu dienen. Der (…) Mensch empfindet jede Störung dieses Gefühls, daß ER der Mittelpunkt sei, daß ER am Ufer stehe, während die anderen vom Strom fortgerissen werden, als Bedrohung, er lehnt es ab, erweckt oder belehrt zu werden, er empfindet das Erwachen, das Bewußtwerden von der Wirklichkeit, er empfindet DEN GEIST als feindlich und hassenswert und wendet sich mit erbittertem Instinkt von jenen ab, die er von den Zuständen des Wachwerdens befallen sieht, von den Sehern, den Propheten, Problematikern, Besessenen…“
Broch, H., Massenwahntheorie, Phänomenologie des Dämmerzustandes, Historische Gesetze und Dämmerzustand

20171206_135336 Als alter, lebenserfahrener Mensch, der die Resignation vieler noch älterer versteht, finde ich dann die Antwort als logische Schußfolgerung bei Schopenhauer:

„Wenn man wohl erwägt, wie groß und wie naheliegend das Problem des Daseins ist, dieses zweideutigen, gequälten, flüchtigen, traumartigen Daseins – so groß und so naheliegend, daß, sobald man es gewahr wird, es alle anderen Probleme und Zwecke überschattet und verdeckt, - und wenn man nun dabei vor Augen hat, wie alle Menschen – einige wenige und seltene ausgenommen – dieses Problems sich nicht deutlich bewußt, ja seiner gar nicht inne zu werden scheinen, sondern um alles andere eher als darum sich bekümmern und dahinleben, nur auf den heutigen Tag und die fast nicht längere Spanne ihrer persönlichen Zukunft bedacht, indem sie jenes Problem entweder ausdrücklich ablehnen oder hinsichtlich desselben sich bereitwillig abfinden mit irgendeinem System der Volksmetaphysik und damit ausreichen;
wenn man, sage ich, das wohl erwägt, so kann man der Meinung werden, daß der Mensch doch nur sehr im weiteren Sinne ein denkendes Wesen heiße, und wird fortan über keinen Zug der Gedankenlosigkeit oder Einfalt sich sonderlich wundern, vielmehr wissen, daß der  intellektuelle Gesichtskreis des Normalmenschen XE "der  intellektuelle Gesichtskreis des Normalmenschen"  zwar über den des Tieres hinausgeht, aber doch nicht so unberechenbar weit, wie man wohl anzunehmen pflegt.

Schopenhauer, A., Über Philosophie, Universitätsphilosophie und meine Philosophie

Lassen Sie uns trotzdem, wie Luther empfiehlt, ein Apfelbäumchen pflanzen, obwohl die Welt morgen untergeht.

Bleiben Sie mir gewogen und werfen Sie immer mal wieder einen Blick auf diese Webseite!

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